SHG-Bad Sobernheim
Selbsthilfegruppe für Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängige und Gefährdete
 

Die Alkoholkrankheit


Trinken alkoholischer Getränke kann krankhaft sein! Es ist dabei unwichtig, wie viel und wie oft getrunken wird! Krankhaft trinkt der, der den Alkohol braucht, um mit ganz bestimmten Situationen fertig zu werden. Verbleibt er in dieser Haltung, dann erwarten ihn alle Phasen der Alkoholkrankheit!

Bei der Alkoholabhängigkeit handelt es sich um einen nicht mehr kontrollierbaren Gebrauch des Suchtmittels Alkohol. Eine Heilung oder ein Stillstand der Erkrankung kann durch eine lebenslange Abstinenz vom Suchtmittel erreicht werden. Die Ursachen für den Krankheitsausbruch sind noch weitgehend unerforscht.
Gewohnheiten, familiäre Belastungen oder berufliche Einflüsse können im Einzelfall zur Abhängigkeit führen. Ähnliche oder zum Teil noch schwerwiegendere Probleme ergeben sich auch bei Drogen- und Medikamentenabhängigkeit.

Funktionseinschränkungen/ Auswirkungen


Die Alkoholkrankheit lässt sich nach Verlauf und Symptomatik unterteilen in:
  • die Prodromalphase (Frühstadium)
  • die kritische Phase
  • die chronische Phase
wobei es besonders schwierig ist, die Krankheit in ihrem Frühstadium zu erkennen und ihre einzelnen Phasen abzugrenzen. In den einzelnen Phasen des Krankheitsverlaufs treten vornehmlich folgende Symptome auf:

Prodromalphase:
  • Gedächtnislücken (Amnesien, Blackouts)
  • heimliches Trinken
  • gieriges Trinken
  • Vermeidung von Anspielung auf Alkohol
  • zunehmende Häufigkeit der Gedächtnislücken
  • Erklärung, warum man so trinke (Alkoholausrede)
  • Soziale Belastung
  • Übergrosse Selbstsicherheit nach Aussen
  • Auffällig agressives Verhalten und Benehmen (die anderen sind Schuld)
Kritische Phase
  • Innere Zerknirschung
  • dauerndes Schuldgefühl (Anlass zum Trinken)
  • Perioden völliger Abstinenz
  • Änderung des Trinksystems
  • Fallenlassen von Freunden (Feindseligkeit gegen die Umgebung)
  • Verlassen der Arbeitsplätze (häufiger Wechsel dieser)
  • Auffallendes Selbstmitleid
  • Gedankliche und tatsächliche Flucht
  • Änderung im Familienleben
  • Grundloser Unwille
  • Sichern des Vorrats
  • Vernachlässigung angemessener Ernährung
  • Erste Einweisung ins Krankenhaus wegen alkoholischer Beschwerden
Chronische Phase
  • Regelmässiges morgendliches Trinken
  • Einsetzen des verlängerten Rausches
  • Beeinträchtigung des Denkens
  • Merkfähigkeitsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Trinken mit anderen Personen weit unter Niveau
  • Verlust der Alkoholtoleranz
  • undefinierbare Ängste
  • Zittern
  • Psychomotorische Hemmungen
  • Trinken wird Besessenheit
  • Zusammenbrüche

Aufgepasst! Alkoholgefährdet bzw. alkoholkrank ist, wer

  • immer trinkt, sobald es mal stressig wird
  • täglich Alkohol trinkt, in welchen Mengen auch immer
  • meint, "Alkohol gehöre bei ihm" einfach dazu
  • sich nur mit Alkohol selbstsicher und dem Leben gewachsen fühlt
  • versucht, seinen wahren Alkoholkonsum zu verbergen
  • schon früh am Tag Alkohol trinkt
  • regelmässig auch alleine trinkt
  • schon an das nächste Glas denkt, wenn das erste noch nicht geleert ist
  • sich ohne Alkohol körperlich unwohl fühlt
  • nicht mehr aufhören kann zu trinken, ehe er völlig betrunken ist

 

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